Das BackupMein Rechner war lange Zeit mit einer 250GB Festplatte bestückt. Da 250GB nicht so viel ist, gab es irgendwann Platzprobleme. Aus dem Grund hab ich mir dann irgendwann mal eine externe 1TB Platte zugelegt und alles, was irgendwie wichtig war, aber nicht ständig gebraucht wurde, da draufgepackt. Über die Jahre sind da mal gute 450GB zusammengekommen. Allerdings war das nie das Gelbe vom Ei, den erstens hab ich zu Anfang den Fehler gemacht, die 1TB als FAT32 formatiert zu lassen, was das Problem mit sich brachte, das Dateien über 4GB immer irgendwie aufgeteilt werden mussten. Das größere Problem war aber, daß ich zwar wieder genug Speicherplatz hatte, aber kein Backup davon. Also stand eigentlich immer die Frage im Raum, "Was wenn die Platte mal abraucht?". Ich hab mich an diese Frage wieder mal erinnert, als bei Feinkost Albrecht, vielen besser bekannt unter dem Namen ALDI, ein
NAS von
MediumMedion angeboten wurde und zwar das
Medion Life P89635 mit 2TB.

Ich hab mir gedacht, für 159 Euro wär das eine preiswerte Lösung und richtig eingerichtet, läuft das Backup ja dann fast automatisch.
Ich hätte auf die warnenden Sätze meines Kumpels hören sollen, der da sagte "Nie wieder Medion, lass die Finger davon!". Dennoch hab ich mir das Teil gekauft und zuerst sah auch alles ganz gut aus. Eine Freigabe war schnell eingerichtet und über Samba eingebunden. Schreiben auf die Freigabe ging mit 5MB/s-7MB/s vonstatten, Lesen sogar mit 7MB/s-9MB/s teilweise sogar knapp 10MB/s. Das ist jetzt nicht wirklich schnell, aber dafür, daß das nur über einen 100MBit-Switch ging ganz ok und wenn das später inkrementell läuft, sind es ja eh nicht mehr so viele Daten. Also mal ein rsync angeschmissen /home auf die Samba-Freigabe und Ernüchterung. Schreiben war plötzlich nur noch mit maximal 2,7MB/s möglich. Keine Ahnung woran das lag. Ich hab das dann trotzdem mal durchlaufen lassen und irgendwann hatte er die rund 150GB aus meinem /home auch aufs NAS gesynct. Allerdings ohne die User-Rechte und Timestamps und Symlinks ... dazu ist das XFS-Filesystem auf dem NAS scheinbar nicht in der Lage oder Samba oder irgendetwas anderes. Nachdem alles fertig war, hab ich dann noch über das Admin-Menü vom NAS ein XFS-Check angestoßen und danach gings bergab.
Der XFS-Check ist zwar durchgelaufen, aber das Admin-Menü reagierte nicht mehr. Auch nach 2-3 Minuten nicht. Zwar war das NAS weiter pingbar und auch alle benötigten Ports offen, aber trotzdem bliebt das Admin-Menü tot. Also was macht man? Reboot. Fehler. Das NAS kam gar nicht mehr hoch, blinkte nur noch still und leise vor sich hin. Auch der 3 Sekunden Reset und der 10 Sekunden Reset vermochte nichts an diesem Zustand zu ändern. Was jetzt? Einschicken? Nein. Ich schick Medion ganz sicher keine Platte auf der 150GB von meinen Daten liegen. Also aufschrauben das Teil.
Entsprechende Hinweise wie man
das macht, waren schnell gefunden. Die Festplatte hab ich dann in meinen Rechner eingebaut und die war völlig in Ordnung. Weder die EXT2 Partition auf der das Betriebssystem liegt, noch die XFS-Partition für die Daten, wiesen irgendwelche Fehler auf. Also wieder ins NAS eingebaut und die Nacht durchlaufen lassen, vielleicht kommt es ja irgendwann nochmal wieder hoch. Doch Fehlanzeige. Ich hab die Platte dann nochmal ausgebaut und in meinen Rechner eingebaut und auf der XFS-Partition die Daten gelöscht, die ich vorher mit rsync da draufkopiert hab. Wieder in das NAS eingebaut und es lief wieder. Na toll, ein NAS was nur läuft, wenn keine Daten drauf sind. Also musste eine andere Lösung her und die sollte wie folgt aussehen.
* Die externe 1TB Platte auf die XFS-Partition der 2TB Platte schieben (geht ohne das NAS auch ziemlich fix)
* Die 1TB Platte partitionieren (25GB System EXT4, 4GB Swap, Rest /home EXT4)
* Die 250GB Platte auf die 1TB Platte kopieren
* Daten von der 2TB Platte zurück auf die 1TB Platte
* Die 1TB Platte als Festplatte in meinem Rechner nutzen
* Die 250GB Platte so ändern, das sie aussieht wie die 2TB Platte, nur kleiner
* Die 250GB Platte ins NAS, das läuft weiter als Druckerserver
* Die 2TB Platte EXT4 formatieren und dann als externe Backup-Platte nutzen
Also erstmal eine Ubuntu 64bit-Live-CD brennen. Das ist wichtig, da das System auf der 250GB Platte auch 64bit ist, sonst kriegt man nämlich später Probleme. Alternativ kann man sich auch ein 64bit Linux auf einen USB-Stick installieren. So hab ich das gemacht.
Das kopieren von der 250GB Platte auf die 1TB Platte war nicht so schwer. Beide Platten haben 3 Partitionen wobei die Swap nicht mitkopiert werden muß. Also
mkdir /mnt/sda1
mkdir /mnt/sdb1
mkdir /mnt/sda3
mkdir /mnt/sdb3
mount -t ext4 /dev/sda1 /mnt/sda1
mount -t ext4 /dev/sdb1 /mnt/sdb1
rsync -av /mnt/sda1 /mnt/sdb1
mount -t ext4 /dev/sda3 /mnt/sda3
mount -t ext4 /dev/sdb3 /mnt/sdb3
rsync -av /mnt/sda3 /mnt/sdb3
Leider ist man damit noch nicht fertig. Denn, es fehlen noch der Masterbootrecord (MBR) von /dev/sda1 und der Bootloader, in diesem Fall
GRUB, auf der /dev/sdb1 Partition. Das Kopieren vom MBR ist ziemlich einfach, den Befehl dafür hab ich
hier gefunden. Angepasst auf mein System dann
dd if=/dev/sda1 of=/dev/sdb1 bs=512 count=1
Jetzt noch den Bootloader, daß ist etwas mehr Arbeit. Ich hab dafür diese
Anleitung benutzt. Also mit blkid die UUIDs von /dev/sdb1, /dev/sdb2 und /dev/sdb3 rausgesucht, in die fstab unter /mnt/sdb1/etc/fstab eingetragen. Eine /boot/grub/menu.lst gabs bei mir nicht, also hab ich die /boot/grub/grub.cfg aufgemacht und dort über
:%s/OLDUUID/NEWUUID/g
die UUID von /dev/sda1 auf die UUID von /dev/sdb1 geändert. Dann noch mit
mount -o bind /dev /mnt/sdb1/dev
mount -t proc proc /mnt/sdb1/proc
chroot /mnt/sdb1 /bin/bash
die /dev/sdb1 eingebunden und mittels grub-install /dev/sdb den Bootloader installiert. Läuft.
Der nächste Schritt war jetzt das Ganze nochmal mit der 2TB und der 250GB zu machen, damit die 250GB Platte in dem Medion NAS rumschnubbeln kann, während es zum reinen Druckerserver degradiert seinen Dienst verrichtet. Also das Betriebssysten von der 2TB NAS Platte auf eine EXT2 Partition, der restliche Plattenplatz wird zur XFS-Partition, so wie es auf der 2TB Platte auch war. Läuft auch. Das NAS bootet ganz selbstverständlich. Hätte jetzt der Druckerserver auch noch das gemacht, was er soll, hätte mich das ja noch etwas versöhnlich gestimmt, doch auch das hat Medion verkackt. Ich hab hier einen Epson Stylus Color S22, der wird auch als angeschlossen erkannt, den kann man auch im Netzwerk finden und als Netzwerkdrucker einrichten, man sogar über das NAS was drucken. Das wars dann aber auch schon. Fertige Druckaufträge werden leider nie als fertig markiert und die Epson-Software ist nicht mehr in der Lage direkt Kontakt zum Drucker aufzunehmen, um Tintenfüllstand oder Druckerstatus zu ermitteln. Zugegeben, es besteht die Möglichkeit, daß das Epson in ihrer Software verkackt hat und Medion an der Stelle unschuldig ist. Unterm Strich bleibt es aber dabei, das NAS ist mit dem ausgelieferten Betriebssystem für meine Bedürfnisse komplett für die Tonne und nicht zu gebrauchen. Allerdings war es zu teuer, um es einfach in den Müll zu pflanzen. Wenn man mal die 90 Euro für die 2TB Platte abzieht, hab ich satte 69 Euro für das Teil bezahlt. Also muß eine Alternative her. Die einzige, mir bekannte Alternative nennt sich
FreeNAS. Geben wir Medion noch eine letzte Chance und probieren das mal aus.
Schaut man im Netz findet man raus, daß in dem Teil ein
Dual-Core ARM-Prozessor NAS 7820 von PLX werkelt, ein 32bit Prozessor, wie
Wikipedia weiß. Die englische Version von Wikipedia natürlich, die deutsche Version löscht ja immer alles. Also mal die 32bit Version der FreeNAS 8.3.0 gezogen, auf CD gebrannt, auf die Platte gepackt, ins NAS eingebaut, booten lassen, Medion Oberfläche m( Super. Das Drecksding halt also ein Buildin-Betriebssystem. Das was auf der Festplatte drauf ist, ist also nur das Reset-System womit er das Ganze auf die Werkeinstellungen zurücksetzen kann. Na Super. An dieser Stelle mal eine gute Nachricht für alle bei denen das Teil als Druckerserver korrekt läuft: Ihr braucht in dem Teil gar keine Festplatte. Einzig und allein sind die Einstellungen nach einem Stromausfall weg, weil er die nur auf der Platte speichert. Ein FreeNAS kriegt man auf das Medion NAS allerdings so einfach wohl nicht drauf.
Fazit: Das Medion Life P89635 ist Edelschrott. Kauft euch lieber direkt eine externe 2TB Platte. Ist billiger und man hat weniger Ärger.